#2 Hier ernte ich – hier kaufe ich

Der zweite Teil meiner „Global denken – lokal handeln“-Serie ist gestartet.
Im Mittelpunkt einer entsprechenden Aufkleberaktion steht im Monat November der Slogan „Hier ernte ich – hier kaufe ich“. Ich möchte mit dieser Kampagne sowohl die lokale Landwirtschaft als auch die heimische Wirtschaft stärken.

Aus der Region für die Region aus ökologischen und ökonomischen Gründen ist ein Ansatz, den ich gerne unterstreiche und paktiziere.

Unsere Stadt ist mit rund 200 Quadratkilometern Fläche und etwa 40000 Einwohnern besonders in den Ortsteilen sehr ländlich geprägt. Dort gibt es noch eine Reihe von aktiven Landwirten, obwohl deren Zahl immer rückläufiger ist.

Die Gründe für das Höfesterben könnten in der Regel nicht von einer Stadtverwaltung beeinflusst werden, bin ich mir bewusst. Die Rahmenbedingungen für die Landwirte werden schwieriger, zumal es lange Jahre einen Trend zu billigen Lebensmitteln gegeben habe. Seit einiger Zeit sei aber zumindest in Bezug auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse eine leichte Umkehr zum bewussten Umgang mit Lebensmitteln und mehr Regionalität zu beobachten.

Der Nutzen für den Tourismus ist ebenfalls unverkennbar. Die Touristen liebten unsere Kühe auf den Weiden.

Das jährliche „Faire Frühstück“ der Stadt Aurich zeigt die Vielfältigkeit der heimischen Produkte. Auch das Netzwerk „Onno“, Hofladenkonzepte, Milchtankstellen, das Auricher Wochenmarktangebot, sowie Regionalinitiativen der lokalen Discounter sind ebenfalls gute Beispiele. Interessant ist auch das sogenannte „Leihhuhn“.

Unabdingbar ist es, dass im Rahmen der Wirtschaftsförderung auch diese Aktivitäten zum Beispiel zusammen mit der Landwirtschaftskammer oder auch Förderinitiativen des Landwirtschaftsministeriums gefördert werden. Wirtschaftsförderung darf sich nicht nur auf Gewerbegebiete beschränken.

Daneben ist natürlich auch das Thema der Nachnutzung gerade in den Ortsteilen wichtig. Bevor landwirtschaftliche Gebäude leerstehen oder sogar verfallen, müssten Nachnutzungskonzepte geprüft werden. Es gibt schöne Beispiele, bei denen alte Höfe beispielsweise zu Kindergärten oder ähnlich umgebaut werden.

„Hier ernte ich – hier kaufe ich“ soll aber nicht allein die landwirtschaftliche Produktion betreffen.

Regionalität gelte ebenfalls für andere wirtschaftliche Bereiche. Nur wenn wir unsere heimische Wirtschaft nutzen, kann sie Arbeitsplätze sichern und für den Wirtschaftskreislauf sorgen. Das gilt sogar für IT-Dienstleister, Metallbauer, Werkstätten, Handwerker usw.

Neben diesem wirtschaftlichen Ansatz ist aber auch der ökologische Aspekt wichtig. Paketversender spüren die Zunahme der Sendungen. Transporte verstopfen die Straßen auch in Stadt und Kreis Aurich. Viele solcher Belastungen ließen sich sicher vermeiden. Das ist gut für unsere Verkehrsdichte und unsere Umwelt, bin ich überzeugt.